[Rezension] Im Wald – Nele Neuhaus

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Kriminalliteratur zählt ja mit Abstand zu meinem liebsten Genre. Immer bin ich auf der Suche nach neuen Autoren, um meinen kriminalistisch-literarischen Horizont zu erweitern. Dass mir aber die Bücher von Nele Neuhaus wirklich so gut gefallen würden, dass ich jeder Neuerscheinung förmlich entgegenfiebere, hätte ich selbst nicht gedacht. Im Wald, ihr neuster Kriminalroman um das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander (ehemals Kirchhoff) bildete da keine Ausnahme.

Über die Autorin. Muss man da wirklich noch etwas sagen? Also gut. Cornelia „Nele“ Neuhaus wurde 1967 in Münster geboren und schrieb schon als Fünfjährige ihre ersten Geschichten. Nach einem abgebrochenen Jura-, Germanistik- und Geschichtsstudium arbeitete sie in einer Frankfurter Werbeagentur und veröffentlichte ihr erstes Buch Unter Haien im Selbstverlag. Auch den ersten Teil der Taunus-Krimis, Eine unbeliebte Frau, wurde zunächst im Selbstverlag herausgegeben, bis der Ullstein Verlag auf Nele Neuhaus aufmerksam wurde. Der Durchbruch kam dann mit Schneewittchen muss sterben, dem vierten Teil der Reihe, die Lizenzen für das Buch wurden in 31 Länder verkauft. Heute lebt Nele Neuhaus mit ihrem Lebensgefährten im Taunus.

Über das Buch. Auf einem verlassenen Campingplatz im Wald brennt ein Wohnwagen ab. Zunächst deutet alles auf den Feuerteufel, der seit einiger Zeit rund um den Ort Rupertshain im Taunus sein Unwesen treibt. Als aber in dem Wohnwagen eine verkohlte Leiche gefunden wird und es nicht bei dem einen Toten in Rupertshain bleibt, ändert sich das Blatt. Alles scheint in die Vergangenheit zu deuten, zurück zu dem Sommertag, an dem Oliver von Bodensteins bester Freund spurlos verschwand. Das Verschwinden wurde nie aufgeklärt und den Bewohnern des Ortes ist viel daran gelegen, dass das auch weiterhin so bleibt. Pia Sander und Oliver von Bodenstein stoßen bei ihren Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens.

Das Buch beweist einmal mehr, was für eine meisterhafte Erzählerin Nele Neuhaus ist. Sie zeichnet ein sehr reales, echtes und greifbares Bild von Rupertshain und seinen Bewohnern. Alles scheint sich unmittelbar vor den Augen des Lesers abzuspielen, man ist mittendrin und glaubt, alle Charaktere schon lange zumindest vom Sehen zu kennen. Dabei lässt Nele Neuhaus auch immer viel Lokalkolorit und regionale Dialekte einfließen – das geht oft schief, nicht jedoch hier. Die Charaktere wirken nicht überzeichnet und werden nicht durch den Kakao gezogen, ganz im Gegenteil. Diese Portion Lokalkolorit verleiht ihnen nur noch mehr Authentizität und gibt ihnen oft etwas Lustig-Liebevolles.

Aber auch den Spannungsbogen weiß Nele Neuhaus zu ziehen. Von der ersten bis zur letzten Seite wird die Spannung aufrechterhalten, sie baut gekonnt verschiedene Handlungsstränge und (falsche) Fährten ein, so dass sich erst zum Schluss ein deutliches Bild bietet – was will man mehr von einem guten Krimi?

Die Liste an Charakteren ist beachtlich, das kann zu Verwirrungen führen (muss aber nicht), für diesen Fall hat Nele Neuhaus vorgesorgt und liefert gleich zu Beginn des Buches ein ausführliches Personenregister plus näheren Erklärungen zu allen Protagonisten mit. Da aber viele dieser Personen auch in früheren Büchern der Reihe schon eine Rolle spielten, würde ich dazu raten, nicht unbedingt mit diesem Buch in die Taunus-Krimis einzusteigen.

Für mich war Im Wald von Nele Neuhaus absoluter Krimigenuss und ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!

Im Wald / Nele Neuhaus / 560 Seiten / erscheinen im Ullstein Verlag am 14. Oktober 2016, (gebunden) / ISBN-10: 3550080557 / ISBN-13: 978-3550080555 / 22,00 EUR

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Weitere Rezensionen findet ihr bei

Inga von Schon Halb Elf und

Petzi von Die Liebe zu den Büchern

 

Ich habe mein Exemplar bei einer Lovely Books Leserunde gewonnen und im Gegenzug zugestimmt, eine ehrliche Rezension zu verfassen. Vielen Dank, Lovely Books für das Buch!

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