[Mein erstes Mal mit…]… Sarah J. Mass

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Ich möchte auf meinem Blog eine neue Rubrik einführen, und zwar „Mein erstes Mal mit…“. Unter diesem Namen möchte ich populäre Autoren, Bücher, Reihen, Genre usw. lesen, mit denen ich mich bisher nicht beschäftigt habe und meinen Eindruck schildern.

Für den Anfang habe ich mir die Autorin Sarah J. Mass ausgesucht. Um sie und ihre Bücher kommt man in den bibliophilen Kreisen auf Instagram, YouTube und auf Blogs kaum herum. Da ich aber keine große Fantasy-Leserin bin und Young Adult ebenso wenig zu meinen bevorzugten Genres gehört, dachte ich, mir das wäre ein geeigneter Einstieg. Also auf geht’s!

 Mein erstes Mal mit…. Sarah J. Mass.

Über die Autorin. Sarah J. Mass ist eine amerikanische Fantasy- und Young Adult-Autorin. Sie hat Kreatives Schreiben und Religionswissenschaften studiert und lebt mit ihrem Mann in Pennsylvania. Aus ihrer Feder stammen die Bestseller-Reihen Throne of Glass und A Court of Thornes and Roses. Mit 16 Jahren veröffentlichte Sarah J. Mass bereits das Grundgerüst der Throne of Glas-Reihe unter dem Titel Queen of Glas in einem Online-Forum für Fantasy-Literatur. Bisher wurde die Reihe in 23 Sprachen übersetzt, demnächst soll es eine Fernsehserie basierend auf den Büchern geben.

Die Bücher. Wie bereits erwähnt ist Sarah J. Mass die Schöpferin der Throne of Glass- und der A Court of Thornes and Roses-Reihen. Beide Reihen sind dem Genre High Fantasy zuzuordnen. Ich kann mich kaum durch meinen Instagram-Feed scrollen, ohne auf mindestens jedem 2. Bild auf ein Buch dieser Reihen zu stoßen.

Ich habe mich für Mein erstes Mal für die Reihe A Court of Thornes and Roses entschieden, da diese Reihe grade besonders hoch im Kurs steht, und ich regelmäßig auf Begeisterungsstürme ob der Reihe stoße. Es handelt sich um eine Trilogie, zwei Bände sind schon erschienen, der dritte Teil folgt im Mai 2017. Auf Deutsch sind die Bücher noch nicht erschienen. Ich war neugierig und als es die Bücher bei Amazon im E-Book-Format für 2,99€ gab, habe ich zugeschlagen.

 A Court of Thornes and Roses

Die Reihe spielt in einer fiktiven Welt, die von Menschen und Feen bewohnt wird. Menschen und Feen leben in Feindschaft, ihre Gebiete bzw. Reiche sind streng voneinander getrennt. Als Feyre, ein Mensch, auf der Jagd nach etwas zu essen eine Fee tötet, muss sie zur Strafe ihre verarmte Familie verlassen und an den Hof von Tamlin, eines High Fae, eines Feen-Adligen ziehen. Jedoch wird sie keineswegs als Gefangene oder Leibeigene gehalten, sondern kommt viel mehr in den Genuss vieler Vorzüge des edlen Hauses. Bald schon stellt sie fest, dass sie aus einem ganz bestimmten Grund an den Hof gebracht wurde, denn Tamlin benötigt ihre Hilfe, um einen uralten Fluch zu lösen.

Um es kurz zu machen: Ich bin dem Hype um die Bücher nicht erlegen. Zweifelsohne hat Sarah J. Mass eine ganz besondere Welt erschaffen, auch ist sie eine tolle Erzählerin und weiß, Spannung aufzubauen und den Leser mit auf eine Reise zu nehmen. Das Buch liest sich außerdem rund und flüssig. Aber das ist es eben auch: Es plätschert einfach so dahin und geht dabei wenig in die Tiefe. Genau diese Tiefe habe ich auch bei den Charakteren vermisst: Auf mich wirkten sie sehr eindimensional und wenig vielschichtig, fast möchte ich sagen langweilig, klischeebehaftet und vorhersehbar. Denke ich an Charaktere aus einem Fantasy-Buch, dann denke ich an ein Feuerwerk an Kreativität und Vielschichtigkeit. Meine Vorstellung ist bunt und nicht…. beige.

Einer der Punkte, die mich besonders gestört haben, war aber die Sprache. Die Sprache wirkte auf mich wenig ausgefeilt. Ich gebe zu, ich bin kein großer Fantasy-Leser. Aber wenn ich dann mal einen Fantasy-Roman zur Hand nehme, dann habe ich auch einen gewissen Anspruch an die Sprache. Ich erwarte besondere Ausdrücke, vielleicht alte Wörter, die wieder ausgegraben werden, ja, vielleicht auch einfach ein bisschen Kreativität und eben… Fantasy! Die Dialoge in A Court of Thornes and Roses waren nichts dergleichen. Genauso gut hätten sie aus einem x-beliebigen Teenie-Roman stammen können. Vielleicht sind meine Ansprüche hier auch überzogen, da es sich ja um eine Reihe handelt, das dem Jugendbuchsortiment zuzuordnen ist, aber ein bisschen mehr Mühe darf man sich bei der sprachlichen Gestaltung doch dennoch geben, oder?

Ein Punkt, der mir aber wirklich sauer aufstößt, ist der, dass Sarah J. Mass es sich stellenweise wirklich sehr leicht macht und damit meiner Meinung nach auch eine falsche Botschaft vermittelt.

Feyres Familie war einmal wohlhabend, jedoch hat sich ihr Vater im Geschäft verspekuliert, wodurch sie ihr Haus und ihr Vermögen verloren haben und jetzt in einer einfachen Hütte im Wald leben. Die Mutter ist bereits verstorben, der Vater ein Invalide, die Schwestern trauern dem verloren Reichtum und dem damit verbundenen Ansehen nach und suhlen sich in Selbstmitleid. Nur durch Feyres Tatkraft und ihr Talent bei der Jagd kann die Familie überhaupt überleben. Und jetzt wird Feyre an den Hof Tamlins gebracht – und lebt plötzlich wieder in Reichtum. Und ihre Familie? Jetzt sind sie auf sich alleine gestellt, sie sind verzweifelt, vermuten Feyre leidend in des Feindes Hand – wie soll das weitergehen? Feyres Familie scheint verloren. Aber weit gefehlt, wie wir Leser später feststellen. Durch die mächtige Magie der Feen hat Tamlin die Erinnerung von Feyres Familie verändert: Sie wähnen die Tochter bzw. Schwester bei einer kranken Tante, der sie im Haushalt hilft. Und weil die Brotverdienerin der Familie plötzlich fehlt und in Saus und Braus lebt, sorgt Tamlin kurzerhand für Gerechtigkeit und gibt auch Feyres Familie Dank Magie das verlorene Vermögen zurück – und noch mehr. Aus der Hütte im Wald wird eine schlossähnliche Behausung, das verlorene Vermögen wird der Familie in sehr viel üppiherer Form zurückgegeben und der geschäftliche Erfolg des Vaters ist plötzlich immens. ZACK – alles wieder gut. Also, bei aller Liebe, aber was ist denn das für eine Botschaft in einem Jugendbuch? Haste was, dann biste was? Nur mit (sehr sehr) viel Geld lässt sich ein gutes Leben führen? Ich kann das nicht nachvollziehen, ehrlich gesagt erschreckt und ärgert es mich sogar. An die vielen Möglichkeiten zur Charakterentwicklung, die hier ungenutzt liegenbleiben, möchte ich gar nicht denken!

Ja ja, ich weiß, dass die Reihe A Court of Thornes and Roses von Sarah J. Mass ganz andere Ansprüche hat und nicht den Moralapostel spielen will. Ich weiß auch, dass es sich bei diesem Buch lediglich um den ersten Teil einer Reihe handelt. Aber angesichts des Hypes, der um diese Bücher herrscht, habe ich doch etwas anderes und vor allem viel mehr erwartet. Es war doch alles sehr platt, plump und eindimensional (mit einer einzigen Ausnahme: Rhysand!) und ob der Botschaft des Buches kann ich nur den Kopfschütteln.

Vielleicht aber…. bin ich auch einfach zu alt für sowas.

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