[Rezension] Wer nicht das Dunkel kennt – Sabine Klewe

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Wer nicht das Dunkel kennt – Sabine Klewe

Über die Autorin. Sabine Klewe ist eine deutsche Autorin und Literaturübersetzerin, die auch unter den Pseudonymen Karen Sander und Sabine Martin schreibt. Sie hat in Düsseldorf und London Literaturwissenschaft und Literaturübersetzen studiert und promovierte über die Krimiautorin Val McDermid.

Neben den Kriminalromanen über das Düsseldorfer Ermittler-Team Lydia Louis und Christopher Salomon hat sie zusammen mit Martin Conrath auch historische Romane herausgebracht.

Über das Buch. Die Düsseldorfer Kommissare Lydia Louis und Christopher Sander ermitteln im Fall einer entstellten und getöteten Frau, die am Ufer eines Sees gefunden wurde. Ist sie Opfer eines Serientäters geworden, der nur „der Würger“ genannt wird? Nicht weit entfernt finden die Ermittler die Handtasche und das Handy der Toten: Der letzte Anruf auf dem Telefon lässt Lydia Louis erschaudern: Gregor Kepler, Rechtsanwalt und ein Geist aus Lydias Vergangenheit. Was war seine Verbindung zu der Toten, wie ist ausgerechnet er in den Fall verwickelt? Schon bald muss sie feststellen, dass dieser Fall sehr viel persönlicher und gefährlicher ist, als sie zunächst vermutet hatte.

Wer nicht das Dunkel kennt ist der dritte Fall des Düsseldorfer Ermittler-Teams Lydia Louis und Christopher Salomon. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich die beiden Vorgänger-Bände nicht kenne, aber mich hat das Buch leider nicht erreicht. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Zum einen ist das die Geschichte. Eigentlich eine wirklich spannende und gut durchdachte Story, aus der sich ein toller Krimi drehen lässt. Aber leider prallen die Ereignisse und Schlüsse sowie die Person, die in den Fall verwickelt sind, nur so aufeinander. Grade am Anfang geht es Knall auf Fall: Hier tut sich noch eine Verbindung auf, da kennen sich noch drei Personen von früher, hier noch ein Querverweis auf einen alten Fall, dort noch zwei Bekannte und drei Verbindungen. Ich hätte mir gewünscht, dass Sabine Klewe das ganze Pulver nicht gleich am Anfang verschießt, sondern die einzelnen Punkte etwas weiter ausarbeitet. Auch als erfahrene und versierte Krimileserin habe ich mich fast ein bisschen überfordert und überfahren gefühlt, mit all den Namen, Ereignissen und Verbindungen, die so plötzlich und auf einmal auf einen einprasseln.

Ein weiterer Punkt sind die Charaktere. Himmel, die Charaktere! Völlig übertrieben und überzogen gezeichnet, so dass ich gleich zu Anfang schon nur den Kopf schütteln konnte. Jeder der Charaktere schien ein dunkles Geheimnis mit sich herumzutragen, ein traumatisches Erlebnis verarbeiten zu müssen oder eine geheime Leidenschaft zu hegen. Zudem schien auch bei der Polizei in Düsseldorf einiges los zu sein: Jeder intrigiert gegen jeden, aber vor allem intrigieren alle gemeinsam gegen Lydia Louis und jeder sägt von einer anderen Seite an ihrem Ast. In der Regel finde ich es toll, wenn Zwischenmenschliches auf Ermittlerseite in Krimis und Thrillern eine wichtige Rolle spielt, das macht die Charaktere lebendig, stützt die Story und sorgt für ein spannendes Gleichgewicht zwischen dem eigentlichen Fall auf der einen und den Figuren der Ermittler auf der anderen Seite. Hier aber wurde ganz schön dick aufgetragen und somit auch wahnsinnig übertrieben.

Zudem führten diese zwischenmenschlichen Querelen dazu, dass oft vollkommen hanebüchene, willkürliche und absolut unlogische unprofessionelle Entscheidungen seitens der Vorgesetzten des Ermittler-Teams getroffen wurden, die einzig den Zweck zu haben schienen, der Geschichte noch etwas mehr Würze zu geben. Das waren Entscheidungen, die ich auch mit der größtmöglichen Phantasie und gutem Willen nicht nachvollziehen kann. Ich hatte das Gefühl, dass Sabine Klewe es hier einfach zu gut gemeint hat.

Was mich aber wirklich gestört hat, war die Tatsache, dass die Rollen von Gut und Böse von Anfang an klar verteilt waren. Von Kapitel 1 an war die Ermittlungsrichtung klar. Noch bevor der Fall überhaupt Fahrt aufnahm, waren die Rollen der Bösewichte schon vergeben, es gab keine Überraschungen oder Wendungen und die Marschrichtung war eindeutig orgegeben. Die Aufklärung war schlussendlich nur noch eine reine Formsache, lästiger Papierkram. Wirklich schade, denn das Grundgerüst der Geschichte ist richtig gut.

Wer das Dunkel nicht kennt / Sabine Klewe / 320 Seiten (Taschenbuch) / erschienen im Goldmann Verlag (Taschenbuch, 15. August 2016) / ISBN-10: 3442482399 / ISBN-13: 978-3442482399

  • Das Buch wurde mir vom Bloggerportal von der Randomhouse Verlagsgruppe kosten- und bedingungslos für eine Rezension zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich!

 

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