[Rezension/Review] The Woman in Cabin 10 – Ruth Ware

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PLEASE SCROLL DOWN FOR THE ENGLISH VERSION!

Laura „Lo“ Blacklog wird in ihrer Londoner Wohnung überfallen. Eine Pressereise mit einem luxuriösen Segelschiff entlang der Küste Norwegens kommt der Reisejournalistin da grade recht, um ein wenig Abstand zu gewinnen. Bei einem Galadinner am ersten Tag der Reise lernt sich die exklusive kleine Gästeschar kennen, der Abend endet feucht-fröhlich. In der Nacht dann glaubt Laura, einen Mord beobachtet zu haben. Von der Veranda der Kabine neben ihrer eigenen wird ein Körper ins Meer geworfen, am Geländer sieht Laura Blutspuren. Aber war es wirklich so? Laura ist wegen des Überfalls in ihrer Londoner Wohnung immer noch angespannt, sie hatte am Abend zu viel getrunken und auch die Tatsache, dass sie seit langem wegen Depressionen in Behandlung ist und Medikamente nimmt, trägt nicht zu ihrer Glaubwürdigkeit bei. Zudem ist die Frau, die Laura noch kurz vor dem Dinner in der Kabine gesehen hat, nicht unter den Gästen und kein Mitglied der Crew. Niemand passt auf die Beschreibung, niemand hat diese Frau in Kabine 10 je gesehen. Niemand außer Laura. Hat Laura sich alles nur eingebildet? Was ist wirklich passiert?

Mich hat dieses Szenario im ersten Moment stark an The Orient Express oder And Then There were None von Agatha Christie erinnert, und auch Ruth Ware scheint stark von der Queen of Crime und dem Golden Age of Crime Fiction beeinflusst zu sein. Abgeschiedenheit, eine übersichtliche in sich abgeschlossene Gruppe von Personen und die Frage, ob sich unter ihnen vielleicht ein Mörder befindet. Schon dem Debütroman von Ruth Ware, In a Dark Dark Wood, lag genau dieses Muster zugrunde.

Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, allerdings mit ein paar großen ABERn. Das größte ABER ist das Verhalten von Lo. Ich verstehe es einfach nicht. Auf mich wirkte ihr Verhalten an Board größtenteils irrational und unlogisch. Und da kann man auch den Überfall in ihrer Wohnung und ihre Krankheitsgeschichte nicht als Rechtfertigung oder Erklärung heranziehen. Schon gar nicht ihre Depressionen und Angstzustände, das Detail fand ich gänzlich unnötig. Nicht selten wollte ich die Protagonistin (oder besser die Autorin) einfach schütteln und ihr ein „Aber warum???“ entgegen schleudern.

Auch die Auflösung hinterlässt bei mir ein kleineres ABER. Ja, es ergibt Sinn. Ja, es ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Aber ist das alles nicht doch ziemlich unwahrscheinlich?

Die Handlung kommt ebenfalls nicht ohne ABER aus. Ja, alles gut und spannend, aber manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht. Toll fand ich dagegen, dass Ruth Ware verschiedene Perspektivwechsel einbaut, die deutlich zum Spannungsaufbau und zum Rätseln beitragen und einladen.

Beide Daumen hoch gibt es von mir für das Ende insgesamt. Super. Ich fand es einfach klasse. Dem war nichts hinzuzufügen und ich hätte es mir nicht runder wünschen können.

Von mir gibt es für das Buch The Woman in Cabin 10 von Ruth Ware auf jeden Fall eine Leseempfehlung, grade jetzt zur anstehenden Sommer- und Urlaubszeit. Fährt jemand von euch nach Norwegen? Seid ihr mit dem Schiff unterwegs? Dann viel Spaß!

 

  • Ich habe das Buch als E-Book über Netgalley erhalten

 

English Version

Travel journalist Laura Blacklog is attacked by burglar in her London apartment which leaves her devastated. A luxurious press trip on a sailing boat along the coast of Norway is just the right thing to take her mind off things and blow the cobwebs away. On the first night of the trip Laura gets to know her fellow travelers, it’s a champagne heavy evening. At night Laura suddenly hears how something is dropped into the sea from the balcony of the cabin next door, she believes it to be a body, there are also smears of blood on the railing. But is that really what happened? Laura is still quite stressed from the burglary in London, she had been drinking and her medical history of depression and anxiety (she’s still on meds) does not add to her credibility. Also, the woman Laura saw in that very cabin earlier that day is neither among the guests of the cruise, nor a member of the crew. Nobody knows her, nobody has seen the woman in cabin 10, nobody but Laura. Is Laura imagining things? What did really happen?

The whole setting of the book strongly reminded me of Agatha Christie’s Murder On The Orient Express and And Then There Were None. And Ruth Ware also seems to have a liking for these typical golden age of crime settings (e. g. a closed group in a closed/secluded/remote environment), as her first novel In A Dark Dark Wood is based on a very similar pattern.

I liked the book a lot, however, there are a few BUTs. The biggest BUT (one T only guys, stop giggling!) is Laura’s behaviour. It seemed so irrational and illogical at times, I just wanted to slap her – What are you doing? Get a grip, girl! And her anxiety and depression is no excuse here, neither is it an explanation or justification. It’s pure stupidity, I’m sorry. Laura’s still a nice girl, though.

There’s a BUT for the plot and the story, too. It’s all very well, there’s suspense and all, but the pace was a little bit too slow for my taste. I really liked it though that Ruth Ware used different perspectives to tell the story.

The end also contains a BUT. Yes, it makes sense. It’s logical. There’s an explanation for everything. However, there’s just the lightest air of improbability about it all. The end as a whole however was great. It was all I could ever asked for, I enjoyed it a LOT! Two thumbs up!

Overall I’d say that the book does have some weak spots, I still enjoyed it a lot though and would definitely recommend it.

The Woman in Cabin 10 / Ruth Ware / 352 Seiten / Verlag: Harvill Secker / Erscheint am 30. Juni 2016 / ISBN-10: 1846558905 / ISBN-13: 978-1846558900

The Woman in Cabin 10 / Ruth Ware / 352 pages / Publisher: Harvill Secker / Release Date 30 June 2016 / ISBN-10: 1846558905 / ISBN-13: 978-1846558900

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